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Dienstag, 23. Juli 2019, 11:27

Wulfgars saga Bernssonar

Wulfgars saga Bernssonar
Hier hebt sich die Geschichte von Wulfgar Bernsson an, der auch Bärenwürger, Wolfszähmer und Oheimtöter genannt wird. Sie wird erzählt, wie sie der Weise Stendarrdiener Paulus Dilonius, der für seine Tüchtigkeit im Sammeln alter Geschichten und Weisheiten bekannt ist, auf uns brachte. Möge er in Aetherius selig unter seinen Ahnen weilen.
Von Donnerheim und seinen Bewohnern
Olaf hieß ein Mann, welcher in der zweiten Ära an den nördlichen Gestaden Ostmarschs mit seiner Sippe hauste. Er wird auch "Olaf der Ältere" oder "Olaf der Tapfere" genannt. Olaf und seine Sippe waren einfache Bauern und lebten lange und zufrieden vom Fischfang. Doch wie viele Nord war Olaf ein geschickter Seefahrer und bereiste die gesamten Küsten Himmelsrands und Vvardenfells. Dabei sammelte Olaf Reichtümer an und mehrte so sein Ansehen unter seiner und den umliegenden Sippen. Er galt als weise und welterfahren. Wenn zwei Männer Streit hatten, suchten sie den Rat Olafs, welcher dann mit bedacht einen Ausgleich zwischen den Streitenden fand. Man maß Olaf daher den nötigen Respekt bei und sein Wort galt viel bei den Nord der nördlichen Gestaden.
Dann jedoch kam eine verheerende Sturmflut und verwüstete alles, was die Nord sich an den Küsten aufgebaut hatten. Groß war das Leid und noch größer der Jammer, denn die anderen Nord, welche von der Katastrophe verschont blieben, wollten den betroffenen Sippen keine Hilfe leisten. Sie wussten nun nicht, was sie tun sollten. Das Land war von dem Meer geholt worden und sie wussten, dass sie nicht stark genug waren, um sich das Land der benachbarten Nord gewaltsam zu nehmen.
Da sprach Olaf: "Aus Atmora kamen vor langer Zeit unsere Ahnen, um neue Gestaden zu suchen. Sie ließen alles zurück, um neues Glück zu finden. Warum sollte uns dies nicht auch gelingen? Hier in Ostmarsch ist kein Platz mehr für uns. Doch weit im Süden, in den Bergen Rifts, soll es noch viel unbebautes, fruchtbares Land geben. Ich sage: Lasst uns nehmen, was uns geblieben ist und gehen wir in den Süden, denn hier warten entweder der Hungertod oder die Waffen unserer ehrlosen Nachbarn auf uns."
Und alle fanden, dass das eine gute Rede war. So packte das Volk alles, was ihm die Sturmflut nicht genommen hatte und machte sich gen Süden auf. Die Reise war lang und beschwerlich, ging man doch mit Karren, Vieh, Alten und Kinder durch die Sümpfe und Berge Himmelsrands, bis man endlich Rift erreichte. Doch war es Olaf und seiner Sippe lange Zeit nicht vergönnt, fruchtbares Land zu finden, das noch nicht bewohnt war.
Da hob sich wieder der Jammer und Olaf sprach: "Unsere Ahnen überquerten das Meer und ahnten nicht einmal, dass sie Himmelsrand finden würden. Doch wir wissen um Rift. Soll es uns nicht möglich sein, ein Stückchen fruchtbaren Landes zu finden? Sind wir zu einfältig, so lassen wir doch meinen Esel suchen."
Und so gab Olaf seinem Esel einen Klapps auf den Hintern. Das Tier lief los und hielt plötzlich auf einer menschenleeren Ebene vor einem schneebedeckten Gebirge an. Das Tier scharrte mit den Hufen im Boden und legte eine Quellen reinsten Wassers frei.
Da sprach Olaf: "Seht ihr? Der dumme Esel findet, was wir brauchen."
Glücklich, endlich fruchtbares Land gefunden zu haben, ließen sich Olaf und seine Sippe im Osten Rifts nieder und gründeten Olafsheim, das von manchen auch Olafsgard genannt wurde. Die tüchtigen Bauern errichteten stattliche Höfe, bestellten Felder und jagten reichlich Wild. Olaf selber ging zum Fuße des Gebirges auf einem Hügel und fand dort einen großen Stein, dessen Spitze sich gen Himmel streckte. Er sah, dass dies ein guter Platz war, um die hügelige Ebene zu überblicken. So baute er sich dort eine große Halle und war von da an Häuptling seiner Sippe. Der große Stein zierte seinen Hof.
Lange lebten die Menschen von Olafsheim glücklich und zufrieden. Das Land schenkte ihnen gute Ernten, saftiges Weideland für Vieh und reichlich Wild. Es ging ihnen so gut wie noch nie zuvor. Dies lockte jedoch Räuber und Neidinge an. So kam es, dass im dritten Jahr der Besiedlung Olafsheim überfallen wurde. Bewaffnete Männer raubten alles, was brauchbar war und brannten die Höfe nieder. Doch die Sippe Olafs hatte gelernt, Strapazen und Rückschläge mit Würde zu nehmen. Rasch bauten die tüchtigen Bauern ihr Land wieder auf. Olaf errichtete eine Mauer um seine Halle, um sich und seiner Sippe vor Angriffen einen Unterschlupf zu schaffen.
Im Folgejahr kehrten die Räuber zurück. Das Volk floh hinter den Mauern der Halle Olafs. Doch die Räuber belagerten die Halle. Da stieg Olaf in seiner Verzweiflung auf den großen Stein in seinem Hof und rief flehentlich: "Kyne! Deine Söhne und Töchter rufen dich um Hilfe an! Verzeih unseren Müßiggang und unser bäuerliches Leben, dass wir uns zu wenig Waffen machten, um zu kämpfen! Gib uns wenigstens eine Waffe!"
Und da geschah es, dass sich ein Unwetter über Olafsheim zusammenbraute. Ein Blitz schoss aus dem Himmel auf Olaf und den Stein zu. Nur knapp konnte Olaf von dem Fels springen. Dann sah er, dass in dem Stein ein Blitz steckte, geformt wie ein Schwert. Er zog den Blitz aus dem Fels und schwang ihn wie eine mächtige Klinge. Mit jedem Schwung zuckten Blitze und suchten ihren Weg zu den Räubern. So vertrieb Olaf die Räuber aus seinem Heim und sie kehrten nie wieder zurück.
Den Blitz ließ Olaf in ein großes Schwert einschmieden, das er Kynesdorn nannte. Aufgrund des Unwetters von Blitz und Donner, das seine Sippe vor den Räubern schützte, hieß Olafsheim fortan Donnerheim und der Stein vor Olafs Halle wurde ein Heiligtum Kynes.
Noch lange lebte Olaf unter seiner Sippe. Die Donnerheimer blieben ein tüchtiges Volk von fleißigen Bauer, doch übten sie sich nun auch im Waffengang. Weithin galten sie in der Gegend als ehrliche, einfache und genügsame Bauern. Doch wollte nie wieder jemand ihren Zorn reizen, denn dann konnten die Donnerheimer aufbrausend wie die See werden, von deren Küste sie stammten.
OOC/PS: Aus irgendeinem Grund nimmt das Forum die Leerzeilen zwischen den Absätzen und Überschriften bei mir nicht an. Ich bitte das zu entschuldigen und evtl. hat jemand Rat für mich.

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Jassillia (23.07.2019), Toxem (23.07.2019)

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Sonntag, 28. Juli 2019, 11:17

Von Olaf dem Jüngeren und wie er Hallbera traf


Olaf der Ältere lebte noch lange und zufrieden in Donnerheim und war dort ein angesehener Häuptling. Mit seiner gutmütigen Frau Ylva zeugte er einen Sohn, Olaf, auch genannt Olaf der Jüngere, oder Olaf der Rastlose. Allerdings war die Geburt schwer und die Götter vergönnten es Ylva nicht, Freude an ihrem Kind zu finden, starb sie nur wenige Stunden nach der Geburt.
Olaf der Jüngere war indes, anders als sein Vater, von aufbrausender Natur. Bereits als Kind ließ er sich leicht reizen und war stets von unruhigem Gemüte. Doch war er nicht so ungestüm, dass er nicht wenigstens seine Pflichten am Hofe seines Vaters erledigte. Dennoch träumte der jüngere Olaf stets von Abenteuern und der See. Die Leute sagten damals, dass dies das Erbe eines jeden Donnerheimers an seine Nachfahren wäre, stammten sie doch selber von den eisigen Küsten Ostmarschs ab.
Olaf der Ältere wurde alt und lag schließlich mit 102 Wintern auf dem Sterbebett. Dort übergab er seinem Sohn Kynesdorn und sprach: "Nimm nun das Schwert Kynesdorn an dich, mein Sohn. Dies heilige Schwert soll Zeichen unserer Macht sein und sein Schicksal ist an unser Geschlecht gebunden. Herrsche gut über Donnerheim, sei fleißig, tapfer, aber auch besonnen und bescheiden. Nimm dir so viel von der Welt, dass es deinen Ruhm mehrt, aber nimm nicht zu viel, dass du von der Last erdrückt wirst. Mache deine Ahnen und mich stolz, wenn wir uns dereinst in Shors Hallen wiedersehen."

Nachdem Olaf der Ältere seine Rede beendet hatte, starb er. Groß war da die Trauer. Olaf der Jüngere ließ seinem Vater zu ehren ein großes Fest ausrichten. Nach alter Sitte ließ er ein großes Hügelgrab für den toten Häuptling errichten und stattete es mit zahlreichen Reichtümer aus, damit schon Tsun vor der Walknochenbrücke sehen konnte, dass ein ruhmreicher Häuptling Einlass in Shors Hallen verlangte.
Olaf der Jüngere war trotz seiner wilden Art noch klugen Verstandes und so lernte er bereits als Kind, was es hieß, ein Häuptling zu sein. Die Donnerheimer waren zufrieden mit ihm und meinten, dass es keine bessere Nachfolge hätte geben können.

Doch nach einigen Jahren der Ruhe und des Friedens wurde Olafs Herz unruhig und rastlos. Er sprach davon, Donnerheim für einige Zeit zu verlassen, um zur See zu fahren. Als er diese Pläne den Großen des Dorfes eröffnete, sprach die Seherin: "Runen habe ich für dich geworfen, Olaf, der Rastlose. Sie sprechen von großen Taten und reichlich Ruhm. Aber sie sprechen auch davon, dass dir der Ruhm zum Verhängnis werden soll."
Das hörte Olaf nicht gerne und sprach: "Ein Nord, der nichts wagt, taugt doch zu nichts. Stets erprobten sich unsere großen Helden an aussichtslosen Kämpfen, obwohl es kaum Hoffnung auf Erfolg gab. Doch so oder so war ihnen dennoch eines immer sicher: Der Ruhm."
Da antwortete die Seherin: "Tapfer sprichst du, Olaf, aber nicht weise. Jeder große Held der Nord fing einmal klein an. Willst du in die Welt hinaus segeln, ohne deine eigene Haustür zu kennen?"
Das gab Olaf zu denken und das Feuer in seinem Herzen senkte sich ein wenig. Doch wollte er nicht nur in seiner Halle sitzen oder Felder bestellen. Also machte er sich auf und erkundete, wie die Seherin ihm empfahl, die Grenzen seines Landes. Er erkundete viel und befand das Land hinter den Grenzen Donnerheims für gut.

Des Abends kam er an einem dichten Fichtenwald und lagerte an dessen Saum. Als es Nacht war, riss Olaf ein Gesang von erstaunlicher Schönheit aus dem Schlaf. Er sah sich um und erkannte, dass der Gesang aus den Tiefen des Waldes kam. Wie verzaubert betrat er den Wald und kämpfte sich durch die dicht gewachsenen Ästen und dem unwegsamen Unterholz. Auf einer mondbeschienenen Lichtung entdeckte er eine junge Frau von großer Schönheit und Anmut. Sie trug ein weißes Kleid an ihrem Leib und ihr goldenes Haar reichte ihr bis zu den Knien. Wie gebannt beobachtete Olaf, wie das Mädchen auf der Lichtung tanze und sang. Nie sah er etwas Schöneres und er sollte auch nie etwas Schöneres zu Gesicht bekommen.

Nach einer schier endlosen Zeitspanne wandte sich die tanzende Frau Olaf zu und lächelte. "Willst du nur zusehen, oder schließt du dich mir an?", sprach sie vergnügt und winkte Olaf herbei. Dieser legte Schwert und Brünne ab, um der Einladung zu folgen. So ergriff die junge Frau Olafs Hände und sie tanzten im Kreis, bis der morgen graute.

Sie sprach: "Ich muss nun gehen, der Morgen naht."
Olaf war dies ein Jammer und er meinte, dass er ohne ihren Anblick nicht mehr leben könnte. Da lachte sie und sprach: "Du hast schon ohne mich gelebt, also wirst du es auch wieder können."

Olaf weigerte sich, diese Rede zu akzeptieren und sprach: "Nein. Immer war ich rastlos, wollte ich doch Schätze finden. Hier in diesem Wald habe ich den Größten gefunden. Sag mir deinen Namen und wie ich dich aus diesem Wald bergen kann."
Da antwortete sie: "Ich bin ein Kind des Waldes und ein solches werde ich immer bleiben. Hallbera heiße ich, Widukinds Tochter. Ich fürchte, du wirst mich nicht bergen können."
Olaf schüttelte den Kopf: "Was auch immer ich an Kraft aufbringen muss, ich werde dich aus diesem Wald holen und dich zum Weibe nehmen."
Hallbera lachte und meinte, dass das noch nie jemandem gelungen wäre. Dann deutete sie hinter ihm. "Deine Brünne." Olaf fuhr herum und sah, dass ein Wolf an seiner Brünne schnupperte. Olaf spreizte die Arme, machte sich groß und lärmte, dass es der Wolf mit der Angst bekam und fort lief. Als Olaf sich wieder Hallbera zuwenden wollte, war sie verschwunden und der Morgen war da.

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Jassillia (29.07.2019), Toxem (29.07.2019)

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Donnerstag, 8. August 2019, 14:23

Wie Olaf der Rastlose Hallbera für sich gewann



Olaf der Rastlosen wurde vom mächtigen Zauber der Liebe ergriffen. Stets musste er an das Mädchen aus dem Wald denken. Olaf ließ sämtliche Gedanken an Reisen in entfernte Länder fahren. Stattdessen strebte er fast allabendlich zu jenem seltsamen Fichtenwald, um die schöne Hallbera zu sehen und mit ihr jede Nacht zu tanzen und zu lachen. Sie verstanden sich gut, sodass nicht nur Olaf an jedem Morgen schon den Abend ersehnte, sondern auch bald die junge Hallbera.

Eines Abends sprach nun Olaf: "Bald kenne ich dich schon neun Monate, schöne Hallbera, doch weiß ich noch so wenig von dir und kenne nicht einmal den Vater, mit dem du in diesem Walde lebst. Doch soll mir das alles gleich sein. Ich liebe dich und ich will dich zum Weibe nehmen, koste es was es wolle."
Da sprach Hallbera: "Geduldig warst du bisher, doch geduldig musst du bleiben. Auch ich liebe dich und sollte auch der Weltenfresser mich zwingen, jemand anderen zum Manne zu nehmen, so würde ich am Ende der Welt noch 'nein' sagen. Doch kann ich nicht fort, bin ich doch die Tochter des Waldes. Mein Vater ist der Wald und er wird mich nicht gehen lassen und ich möchte auch nicht fort."
Diese Rede wunderte und betrübte Olaf gleichermaßen. Er wollte nicht auf ewig im Wald leben, doch konnte er das Mädchen des Waldes nicht von eben jenem trennen. Die folgenden Nächte mit Hallbera waren von da an immer von einem Schleier der Trübseligkeit umhüllt. Olaf saß tagsüber mit düsteren Gedanken in seiner Halle und nahm am Leben der Donnerheimer kaum noch Anteil. Das zog den Unmut des Dorfes auf ihn. Die Donnerheimer wandten sich an ihre Seherin und diese ging zur Halle des Häuptlings, um zu erforschen, warum Olafs Geist in solch dunklen Schatten hauste.

Als die Seherin erfuhr, was den Häuptling beschäftigte, sprach diese: "Wenn sie den Wald nicht verlassen kann, dann nimm doch den Wald mit dir."
Da erhellte sich Olafs Miene. Er ging zu seinem Volk und wies die Leute an, eine neue Straße anzulegen. Diese sollte links und rechts des Weges bis nach Donnerheim mit Fichten bepflanzt werden. Den Samen hierzu ließ Olaf aus dem Fichtenwald Hallberas holen. Das Volk machte sich ans Werk und schon bald reichte die Straße bis in den Hof der Häuptlingshalle hinein. Doch musste Olaf sich weiterhin in Geduld üben und so wartete er neun Winter ab, bis die Fichten eine stattliche Größe aufweisen konnten. Zufrieden sah er auf die Straße aus Fichten und durchschritt sie von seinem Hof bis zu Hallberas Wald.
Dort wartete das Mädchen bereits und Olaf sprach: "Nun steht Vater Wald in meinem Hofe und du kannst zu mir." Diese Nachricht freute Hallbera und sie kam mit Olaf nach Donnerheim, wo sie sich unter den Augen der Fichten, des Volkes und der Götter vermählten.

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Toxem (08.08.2019), Jassillia (13.08.2019)

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Montag, 12. August 2019, 16:52

Wie es Olaf und Hallbera erging und wie Olaf erneut rastlos wurde


Nach ihrer Vermählung lebten Olaf und Hallbera lange und zufrieden in Donnerheim. Sie liebten sehr einander und schon bald schenkte Hallbera Olaf drei Söhne. Der älteste hieß Hastulf, auch "der Fröhliche" genannt, der zweite Sohn hieß Hjalti, welcher später den Beinamen "die Schlange" trug und Bern "der Bär". Es waren kräftige und gesunde Kinder, alle von schönem Wuchs und edlem Gemüte. Und so freute sich das ganze Dorf, hatten sie nicht nur weise Anführer als Häuptlinge, sondern auch eine gesicherte Nachfolge.
Mit der Zeit jedoch wurde das Herz Olafs so rastlos wie in seiner Jugend. Er sah die Zeit gekommen, wie seine Ahnen auf eine Abenteuerfahrt zu gehen, um Ruhm und Reichtum für sich und die seinen zu erlangen. Er begann, sich und die tapfersten Männer des Dorfes für eine Reise zu See zu rüsten. Hallbera war dies jedoch ein großes Leid. Denn weder wollte sie von Olaf getrennt sein, noch ihm auf diese Reise folgen, meinte sie doch, dass ihr Platz an Land unter den Bäumen des Waldes wäre. Auch Olaf war diese Trennung ein Schmerz, doch war das Feuer und Verlangen nach Abenteuern in Olafs Herz so gewaltig, dass es nichts und niemand mehr zum Erlöschen bringen konnte.

Und so gingen Olaf und die mutigsten Donnerheimer auf ihre erste Abenteuerfahrt. Die Reise war lang und gefährlich und viel Wundersames soll Olaf gesehen und erlebt haben. Ganz Tamriel wurde umsegelt und Schätze und Reichtum erbeutet. Als der Stauraum des Langschiffes beinahe zu bersten begann, kehrte Olaf mit seinen Mannen nach Donnerheim zurück und das Volk bereitete ihnen einen Empfang, wie es sich ein Nordkrieger nur wünschen konnte. Hallbera und ihre Söhne waren indes froh, den Vater wieder bei sich zu haben und so lebten sie allesamt viele Winter glücklich und zufrieden in Rift, während die Halle Olafs dank der Reichtümer in neuer Pracht erstrahlte.
Doch war Olaf auch im hohen Alter immer noch rastlos und er träumte stets davon, all jene Länder, die er bereist hatte, noch einmal vor seiner letzten Reise gen Sovngarde zu besehen. Hallbera hörte dies nicht gerne. Sie meinte, dass es gefährlich wäre, in so hohem Alter noch einmal los zuziehen. Sie flehte Olaf an, zu bleiben, doch dieser sprach: "Schon immer fühlte ich mich der Ferne hingezogen. Rastlos war ich bereits als Jüngling und rastlos will ich dahin gehen. Nichts kann meine Rastlosigkeit stillen. Niemals würde ich meine letzten Winter nur in der Halle sitzend und Met trinkend verbringen können. Doch sehe ich die Sorge in deinen Augen und so will ich dir sagen: Dies soll vor meinem Tod die letzte Reise sein, dann will ich bis zum Ende bei dir bleiben."

Da sprach Hallbera: "Wie die Bäume in unserem Land so habe auch ich hier Wurzeln geschlagen. Sie dringen tief und ich kann und will nicht fort. Es schmerzt mich sehr, dass du erneut gehst. Doch will ich nicht Schuld tragen, wenn das Feuer in deinem Herzen dich verzehrt. So wünsche ich dir den Segen Kynes und aller anderen Götter, auf dass du wohlbehalten wiederkehrst."
So verabschiedete sich Olaf von Hallbera und seinen Söhnen und ging erneut auf Seefahrt. Doch in den heißen Ländern der Rothwardonen kam es zu einem Kampf und Olaf wurde tödlich verwundet. Die Donnerheimer konnten sich noch mit Mühe und Not retten. Olaf jedoch starb noch auf der Heimreise. So brachten die Söhne Donnerheims seinen Leichnam und das Schwert Kynesdorn zurück zu Hallbera und ihren Söhnen. Für Olaf wurde ein großes Hügelgrab direkt neben dem Grab seines Vaters errichtet und der zur Volljährigkeit erlangte Sohn Hastulf bekam Kynesdorn und wurde neuer Häuptling in Donnerheim.

Hallbera jedoch schmerzte ihr Verlust so sehr, dass ihr Herz daran zerbrach. Sie verweigerte jedwede Speise und weinte unter den Bäumen, die Olaf für sie einst gepflanzt hatte. Neun Tage und Nächte brachte sie so zu, bis ihr lebloser Leib unter den Fichten gefunden wurde. Man legte sie zu Olaf in das Hügelgrab und pflanzte einige ihrer geliebten Fichten ringsherum.

Die Bäume jedoch, die Olaf einst für Hallbera pflanzte, verloren all ihr Grün und verdorrten schließlich. Die Donnerheimer meinten, dass dies so sei, weil sie nur für Hallbera grünten und nun mit dieser Tochter des Waldes den Lebensmut verloren hätten. Doch die Fichten um das Hügelgrab blieben grün und sind es noch bis heute.

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Jassillia (13.08.2019)

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Samstag, 19. Oktober 2019, 12:13

Von den Söhnen Olafs



Wie schon erzählt wurde, gebar Hallbera Olaf drei Söhne. Der älteste war Hastulf, welcher seines frohen Mutes wegen immer "der Fröhliche" genannt wurde. Denn er verbreitete trotz seiner großen und kräftigen Erscheinung stets Frohsinn und war für jedwede Art der lustigen Erheiterung zu haben. Die Donnerheimer liebten ihn und so war es eine glückliche Fügung, dass Hastulf der älteste Sohn Olafs und somit der Erbe des Hochsitzes war.

Der zweite Sohn Olafs und Hallberas hieß Hjalti, auch "der Grimmige" genannt. Er war kleiner als seine Brüder, doch ebenso kräftig gebaut. Doch anders als Hastulf war Hjalti dunklen Gemütes. Stets schaute er grimmig drein und seine Gedanken lagen in dunklen Ecken. Häufig sah er in allem nur das Schlechte und so wurde er zu einem Eigenbrötler und schlechten Ratgeber. Die Leute respektierten und fürchteten ihn deshalb zuweilen, doch Freunde machte er sich kaum welche. Hjalti neigte gar zu Wut- und Zornesausbrüchen, sodass ihm die Menschen fern blieben. Wie seine Mutter in frühen Tagen wandelte er viel durch die Wälder Rifts und die Menschen in den umliegenden Dörfer, die es nicht besser wussten, glaubten, Hjalti sei ein Werwolf und würde des Nachts den Mond anheulen und mit Hircine jagen. Hjalti selber störte sich an diesen Gerüchten nicht und es heißt, er genoss sie, da sie ihm noch mehr Furcht und Respekt bei den Menschen auch außerhalb Donnerheims bescherten.

Der dritte und letzte Sohn Olafs war Bern, "der Bär". Von ihm erzählt man sich manch Wunderliches und es heißt, dass sich Olaf und Hallbera zunächst auf keinen Namen einigen konnten. Als sich dann eines Tages ein Wolf an das Neugeborene heran schlich, schlug das Kind so wild um sich, dass der Wolf winselnd davon lief. Nach dieser Begebenheit sagte Olaf: "Sieh, Hallbera, unser Sohn ist schon jetzt stark wie ein Bär. Drum soll er auch Bern heißen." Und so kam es dann auch. Bern war indes kaum weniger fröhlich als sein ältester Bruder Hjalti, doch war er immer etwas ruhiger und besonnener. Er wuchs nicht nur zu einem starken Mann heran, sondern wurde auch verständig für die Probleme der anderen. So ergab es sich, dass er einer der wenigen Menschen wurde, die Verständnis für seinen Bruder Hjalti zeigten. Und so ging er später oft mit Hjalti durch die Wälder und lachte stets über die Gerüchte, Hjalti sei ein Werwolf. "Wenn er ein Werwolf ist, dann bin ich wohl ein Werbär", pflegte Bern zu scherzen.
Nach dem Tod der Eltern übernahm wie vorgesehen Hastulf die Führung über Donnerheim. Die Menschen dort waren es sehr zufrieden, denn Hastulf war nicht nur ein starker Krieger und Führer, sondern auch ein weiser und gerechter Häuptling. Bei ihm in Donnerheim blieb Hjalti. Er suchte weder sein eigenes Glück, noch ein großes Abenteuer. Stattdessen weilte er mit düsteren Gedanken und dem Neid gegenüber Hastulf in Donnerheim.
Bern jedoch neidete seinem ältesten Bruder nichts und machte sich daran, sich sein eigenes Land zu nehmen. Er ging weit in den Westen von Rift und fand nicht all zu weit vom Hals der Welt entfernt ein Stück Land, das er sich nahm und bebaute. Er nannte es Bjarngard. In der Gegend gab es nicht nur viele Bären, sondern auch viele Bienen. Und so machte Bern aus Bjarngard einen Ort, aus dem später einer der besten Metsorten Himmelsrands stammen sollte.

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