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Samstag, 15. September 2018, 14:04

Von Dreck und Gold, Königen und Dieben. Von Licht und Schatten.

„Verdammt Fovus!“
Der Schrei kam nicht weit, wurde von der dichten Vegetation verschlungen.
„Fovus?“
„Bei den Saugnäpfen eines räudigen Netches, deine Rufe kommen keine 15 Fuß durch diese grüne Hölle.“ Der Dunmer zischte die Worte leise und mit kalter Gewissheit zwischen seinen Lippen hervor. Den Blick dabei auf den Rufenden geheftet.
„Und was sollen wir jetzt machen? Weshalb bist du nur immer so negativ gestimmt, hm?“ Nilos, ebenfalls Dunmer, wandte den Blick nicht von der grünen Wand aus Blättern und Bäumen ab, während er mit seinem Partner sprach.
„Wir? Ich dachte das wäre dein Freund. Meine Rolle bei der ganzen Sache hier, ist mir denkbar schleierhaft.“
Nilos wandte sich kurz von der Vegetation ab und bedachte sein Gegenüber mit einem forschen Blick. Er selbst war groß für einen Dunmer, doch Delmus überragte ihn dennoch um drei Finger breit. Er wandte den Blick wieder in Richtung der grünen Wand aus Pflanzen, sagte nichts.
„Also“, meldete sich Delmus kurz darauf erneut zu Wort, wobei seine Stimme den üblichen gleichgültigen Tonfall annahm, „wie es aussieht braucht dein Kumpel ein wenig länger auf dem stillen Örtchen. Möglicherweise hat er ebenfalls Dünnpfiff bekommen wie diese beiden anderen Trottel.“
„Mir reicht deine gleichgültige Art. Und mir reicht wie du über die anderen sprichst, immerhin sind sie daran gestorben. Pass auf was du sagst, wenn du über meinen Kumpel redest, verstanden? Es gibt Leute aus unserer Gruppe, denen ich diese verflixten Krankheiten eher wünsche als ihm.“ Nilos schäumte vor Wut.
„Schrei nicht so, es hört uns noch irgendein Getier!“
„Ins Reich des Vergessens mit deinem Getier. Die Rufe kommen doch sowieso nur 15 Fuß weit, wie du eben klar und deutlich feststellen musstest.“
Delmus blieb äußerlich ruhig, atmete tief aus und wieder ein. „Pass mal auf,Nilos. Ich weiß nicht was in deinem Kopf gerade so vorgeht oder ob da generell keine Denkprozesse ablaufen. Fakt ist: Wir sind hier irgendwo im tiefsten Urwald und unsere Gruppe hat sich schon vor etlichen Minuten aufgemacht. Dahin, in diese Richtung“, er zeigte mit dem Finger zwischen zwei schief stehende Dschungelbäume, welche über und über mit dicken, grünen Lianen bedeckt waren. „Zudem, werter Nilos, warten wir hier jetzt schon eine halbe, verfluchte Ewigkeit auf deinen komischen Freund, dessen Namen ich nicht kenne, an dessen Gesicht ich mich nicht erinnern kann und der vielleicht dein Kumpel, aber nie im Leben meiner ist. Und ich frage mich wirklich, wie lange man denn zum Pinkeln brauchen kann? Also, hier mein Plan: Du suchst deinen Freund und sagst ihm er soll seine Pinkelpause kurz unterbrechen, weil ihr beiden hier sonst alleine und damit am Arsch seid. Klar soweit?“
„Und was machst du, wenn ich fragen darf?“
„Ah, er hat sich etwas beruhigt. Gut, ich schätze es sehr, ein normalesGespräch zu führen. Selbst in dieser schwülen Hitze hier draußen“, der größere Dunmer wischte sich mit der Rückhand den Schweiß von der Stirn. „Also: Ich gehe der Gruppe hinterher und sage ihnen, dass sie gefälligst auf uns warten sollen.Ich gehe jede Wette ein, dass von denen keiner von unserer Abwesenheit weiß. Du und dein Kumpel seid unscheinbar und ihr bleibt immer unter euch und mich kann dort sowieso niemand leiden. Die perfekten Voraussetzungen um einfach zurückgelassen zu werden.“ Während Delmus das sagte, huschte ein kleinesLächeln über seine Lippen. Nilos indes nickte nur. Er hatte keine Lust weiter mit dem griesgrämigen und hochnäsigen Delmus zu reden. Das Nicken als Startsignal sehend, verschwand der große Dunmer zwischen den schief stehenden Dschungelbäumen. Nilos war allein.




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Cor'Cariolis-do (15.09.2018), Meavy (15.09.2018)

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Gestern, 17:36



Die Hand am Griff seines Schwertes machte er sich zu der Stelle auf, an welcher Fovus vor einer gefühlten Ewigkeit verschwunden war. Jetzt da er so alleine war traute er sich nicht mehr nach seinem Freund zu rufen. Irgendetwas hielt ihn davon ab. Irgendwie hatte er plötzlich ein sehr ungutes Gefühl in der Magengegend. Hätte er auf dieses Gefühl gehört, wäre er wohl schnurstracks Delmus hinterhergerannt. Aber es ging hier um Fovus, seinen Freund aus Jugendtagen. Und allein der Gedanke, dass Delmus möglicherweise gerade dasselbe Gefühl im Magen verspürte, sich womöglich die Hosen nass machte, währender ganz alleine den Weg zur Gruppe zurück suchte, gab Nilos die Kraft weiterzulaufen und von der kleinen Lichtung aus ins dichte Gestrüpp einzudringen. Die Natur empfing ihn wie ein alter Geschäftskonkurrent, welchen man lange nicht gesehen hatte und welchen man auf einer öffentlichen, noblen Feier vor vielen Leuten wieder traf. Die Blätter und Lianen streckten, ähnlich wie der besagte Konkurrent, ihre Arme aus, bereit Nilos innig zu umschlingen.Jedoch lag in allem eine gewisse trügerische Note. Der Dunmer war auf vielen noblen Feiern, damals in seiner Heimat. Hier und da stieß er sogar auf ebenjene Geschäftskonkurrenz und umso mehr verblüffte ihn das ähnliche Gefühl welches er jetzt, beim Durchqueren der üppigen Pflanzenwelt verspürte. Die Feiern von damals waren auf jeden Fall nobler als das was er hier machte. Kurz huschten seine Gedanken zum Laden seiner Mutter und kurz war er raus aus dem Dschungel und wieder zuhause in Davons Wacht. Er fragte sich wieder innig weshalb er jetzt nicht dort war, im Gasthaus vornehm speiste und der kleinen aber reizenden, dunkelhäutigen Schönheit namens Adosi liebreizende Komplimente gab. Anstelle davon war er hier am schlimmsten Ort der Welt. Es stank wie eine Netchkuh vor den Wechseljahren, war extrem schwül, laut und überaus gefährlich. Drei Männer hatten sie schon an diese verflixte Natur verloren. Zwei von ihnen wurden krank und mussten zurückgelassen werden, der dritte versank in einem stinkenden Morast und tauchte nicht mehr daraus auf. Zusammen genommen könnte man sagen,das seien alles Warnsignale, welche versuchten selbst dem letzten Trottel einzuhämmern hier lieber keinen Fuß hinein zu setzen. Man sollte dieses stinkende Land einfach generell meiden. Aber vor allem sollte man nicht alleine durchs Unterholz watscheln. Nilos atmete schwer aus, wischte sich den Schweiß von der Stirn. Plötzlich riss ihn dieses komische Gefühl aus seinen Gedanken. Er spürte etwas, wie Wärme an seinem Rücken. Ein kleiner Punkt, welcher von der Lendenwirbelsäule zwischen die Schulterblätter wanderte, fast so als würde ein Sonnenstrahl über seinen Körper wandern. Er drehte sich abrupt um, suchte dieVegetation über ihm ab und erschrak. Da war kein Durchlass für Sonnenstrahlen. Die Baumkronen bildeten einen dichten, zeltartigen Schutz. Missmutig ging er weiter, dieses Mal die Hand an dem Knüppel, welcher an seinem Gürtel befestigt war. Er war kein guter Kämpfer. Außer einer Hand voll Übungskämpfen hatte er nie eine richtige Auseinandersetzung. Wieder fragte er sich, was er eigentlich hier zu suchen hatte. Plötzlich sah er seinen Freund. Er stand etwas entfernt vor ihm an einen Baum gelehnt. Nilos lief auf ihn zu, rief seinen Namen. Fovus reagierte nicht, er stand einfach nur da. Irgendetwas an seiner Haltung ließ Nilos erstarren. Er näherte sich nur noch langsam, war schließlich nur noch wenige Schritte von Fovus entfernt. Noch während Nilos die Hand nach ihm ausstreckte sackte Fovus zusammen und entblößte seine durchgeschnittene Kehle aus der immer noch dickflüssig das Blut herunterlief und die Lederrüstung des Jugendfreundes benetzte. Von da an ging alles sehr schnell: Nilos trat erschrocken einen Schritt zurück, verschluckte sich vor Schreck und versuchte sein Schwert aus der Scheide zu ziehen. Zeitgleich spürte er wieder dieses Gefühl der Wärme auf seinem Nacken und seine Haut begann eigenartig zu kribbeln. Noch ehe er sein Schwert vollständig gezogen hatte und noch ehe er sich überhaupt umdrehen konnte holte ihn der Tod.

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Meavy (21.09.2018)

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