Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: The Elder Scrolls Online Rollenspiel-Community Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Sturmfaust

Geselle

  • »Sturmfaust« ist männlich
  • »Sturmfaust« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 135

Gilde: Gildenlos

Allianz: Unentschlossen

  • Nachricht senden

1

Mittwoch, 19. September 2018, 13:54

Ein Abenteuer im Reik

I.


Er hatte sich in die letzte Ecke der kleinen Grotte verzogen. Dort saß er an einem Tisch den man aus dem Stein des Felsen geschlagen hatte, auf einer Bank die ebenso entstanden war. Eine Schande, wenn man bedachte, was für wundervolle Architektur diese Stadt sonst aufwies. Doch auch wenig verwunderlich: die Reikmannen waren nicht gerade für ihre Baukünste bekannt. So musste selbst das schöne Markarth verunstaltet werden, wenn in den im Felsen eingelassenen Wohnungen und Geschäften wieder einmal angebaut werden musste.
Die Kaschemme, in der er saß, war von überschaubarer Größe, kaum mehr als ein Dutzend Gäste würden hier zu besseren Zeiten reinpassen. Gut, dass die weitestgehende Isolation des Reiks die meisten Gäste draußen hielt. So hatte man eher Ruhe und würde nicht gleich in eine Kneipenschlägerei geraten. Der Eingangsbereich wies noch Reste der alten Dwemer auf, die hier einst hausten: die breite massive Eingangstür aus Dwemermetall, die Metallbeschläge an den Wänden.. es musste ursprünglich ein noch kleinerer Raum gewesen sein. Vielleicht eine Art Schrein? Oder er hatte sich noch im Bau befunden, als sie verschwanden. Weit waren die Dwemer jedenfalls nicht gekommen, denn schon bald wich ihren akkurat beschnittenen, grob bearbeitete Steinwände an denen man geradezu primitive Dekorationen befestigt hatte. Das Bild war komplett, wenn man dann die ebenso schier primitiven Gäste dieses Etablissements betrachtete. Die wenigen Gäste waren allesamt Reik, allesamt in einfacher Kleidung die hier und da jedoch bemerkenswerte Bestickungen aufwies – von natürlich anmutenden Ranken über mystische aber sicher bedeutungslose Runen war alles geboten. So anmutig ein manches Kleidungsstück der Reikmannen auch war, so gegensätzlich brutal waren die meisten von ihnen.
Nur ein Grund wieso man besser nicht mit ihnen verkehrte, selbst im eigenen Land. Deshalb hatte er, der Fremde, für sich ein Klischee erfüllt, sich in die letzte Ecke verzogen und die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Wenigstens war diese von hier, erst vorgestern hatte er den leichten Pelzmantel in einem kleinen Dorf nahe der Grenze zum Königreich Immerfort erworben. Es mochte Spätsommer sein, doch im Reik herrschten die unwirtlichsten Umstände in ganz Tamriel mochte man meinen. Das ganze Jahr über jagten arge, kalte Winde durch die Felsklippen, die wie knochige Finger aus dem kargen Boden sprossen. Und doch hatte er sich hierhin aufgemacht. Er, der Fremde.

Hier also, gut geschützt vor den scharfen Winden, der Kälte und den misstrauischen Blicken der anderen Reik, kritzelte er auf seiner Karte herum. Sein Ziel sollte nicht gerade leicht zu finden sein, alles was er als Anhaltspunkt hatte, waren eine alte Sage, zwei Gedichte und krude Ortsangaben aus Volksliedern. So berühmt Faolain Duibh unter den Reik auch sein mochte, die Position der Festung war seit der Zerstörung vor über zweitausend Jahren verloren. Wenn noch etwas davon über war, so war es sicher schon in der Erde versunken. Und doch hatte er bereits mehrere mögliche Orte festgesetzt. Eine davon hatte er noch vor seinem Eintreffen in Markarth überprüft – doch die untoten Bewohner einer Ruine etwas nordöstlich von Markarth waren wenig glücklich einen Besucher zu empfangen. Wenigstens hatte er vor seiner Flucht noch einen Blick auf alte, modrige Banner eines Drachenkultes blicken können – also war ihm nichts entgangen. Der Rote Adler lebte in einer Zeit, in der die Drachen schon lange verschwunden waren. Und in den alten Märchen war sowieso die Rede von Rabenvetteln als seinen Helfern, nicht Drachen.
Zu schade, dass Rabenvetteln so ungesprächig sind, wenn es denn nicht gerade um ihren daedrischen Fürsten oder die geeignetste Zubereitung von Steinbockgallen geht. So blieben ihm also nur die antiken Sagen und Prosa. Anhand derer hatte er immerhin noch zwei andere mögliche Orte ausfindig machen können. Einen besonderen Felsen im Westen, den man auch den Lain Garr nan-

„Wer will hier sitzen muss auch zahlen.“

Ein stämmiger Reik hatte sich vor ihm aufgebaut, der Wirt und Inhaber dieses Hauses, Ala’druoch.

„Also, was er will? Ale? Met? Oder trinkst auch dieses Trauben… gesöff?“

Er war wirklich ein Reikmann durch und durch: buschige Augenbrauen, ungepflegten Bartansatz und dieser subtile Geruch nach… Ziege.

„Met. Und Brot wenn du hast. Und Speck,“ antwortete ihm der Fremde in gebrochenem Reiksprech. Er war etwas aus der Übung gekommen, die Sprache sprach nun auch wirklich keiner mehr außerhalb des Reiks seit der letzte Langhauskaiser ermordet wurde.

„Ah einer Wastriek? Oder… einer Cyrro Riek?“ Ein breites Grinsen stand ihm plötzlich zu Gesicht. Das krasse Gegenteil der grimmigen Gemasse zuvor. „Ah mein Vetter, der kommt auch aus dem Süden! Den muss ich dir vorstellen! Ihr kennt euch bestimmt. Und dein Zeug bring ich dir auch gleich,“ babbelte er plötzlich im reinsten Reiksprech, so als wäre der Abenteurer ein echter Reik, und rauschte davon.

Das war nun wirklich keine gute Situation… Er, der Halbreik aus dem Süden. Klar, er war im Blute ein Reik, doch geboren und aufgewachsen war er in der Kaiserstadt. Erzogen wie ein Kaiserlicher, gedient wie ein Kaiserlicher und letztendlich auch so gelebt, bevor er wie die meisten Cyro-Reik die Stadt verlassen musste, als Varen die Krone an sich riss. Wo der Kaiserliche als größter Feind des Reikmanns zählte, so war es doch der Reikmanne der seine Wurzeln leugnete, deine Bräuche abgelegt hatte. Das hier konnte nicht gut ausgehen…
Er könnte sich doch davonschleichen? Ja, einfach seine Karten einstecken, die Tasche schnappen und rausmarschieren. Es gab sicher noch andere Herbergen hier.
Eilig faltete er seine Zettel zusammen und steckte sie in einen Gürtel den der Mantel gut vor neugierigen Blicken verborgen hatte. Dann stand er schon auf, nahm seine Tasche, machte ein paar schnelle Schritte und…

„Aber mein Bruder, du willst doch noch nicht gehen? Wo ich dir doch schon meinen Vetter vorstellen will?“

Da war er wieder, der Wirt, rechtzeitig aus dem Lagerraum zurück baute er sich zu einer unüberwindlichen Barriere zwischen ihm und dem Ausgang auf.

„Sag, Bruder, wie ist dein Name?“

Nun musste er wirklich kurz Nachdenken. Normalerweise nahm er für solche Dinge Aliase zur Hand, doch vielleicht wäre Ehrlichkeit hier besser… Doch seinen Kaiserlichen Namen konnte er kaum verwenden. Trolltot hieß sein Großvater, bevor er den Namen änderte…. nur wie hieß das nun wieder in Reikisch?

„Emrys Drollduat,“ antwortete er dann schließlich, noch immer in Reiksprech, „So hat mich mein Vater genannt, Bruder.“

Das schien ihn jedoch wenig zu beeindrucken. Tatsächlich verfinsterte sich die Miene des Wirt wieder.

„Du bist doch ein Spitzel! Und du gehst hier nur noch mit der Wache raus!“

Ein leises Seufzen entfuhr dem Reisenden daraufhin. Die Probleme mit Stadtwachen häuften sich in letzter Zeit in unangenehmen Maß. Nicht nur das, nein, die anderen Gäste beäugten ihn nun auch noch böse. Einige waren sogar schon aufgestanden.

„Hört Freund, ich… ich bin ein Reik und spioniere hier für niemanden. Ich kam gerade aus Hochfels, aus dem westlichen Reik und wollte das Land meiner Vorväter sehen…“ Das schien den Wirt nicht überzeugen zu wollen. „Und da du mir nicht glaubst, muss ich nun leider gehen.“

Da zog er einen Runenstein aus seiner Tasche und jagte etwas Magicka hindurch. Der Reikmanne wich zurück, als der verhüllte Man plötzlich von kleinen blauen Lichtern umhüllt wurde. Der damit einhergehende Wind wirbelte den Fellmantel nur so umher und so zeigte sich auch die Lederkluft samt Ebenerzbrustplatte.

„Spion! Bretone! Nord! Kaiserlicher! … FEIND!“ brüllte der Wirt da und sprang auf den Magier los. Ebenso zwei andere Gäste, die ihm am nächsten waren – doch da löste sich der Raum vor den Augen des Fremden schon in Luft auf. Kaum hatte er geblinzelt, da stand er plötzlich im Freien.
Als die Lichter wenige Augenblicke später wieder verschwunden waren, wagte er sich endlich wieder zu bewegen. Ersteinmal streckte er sich, atmete tief ein und sammelte dann das Gegenstück seines Runensteines ein, der da vor ihm im Gras lag. Dann schaute er sich um.
Sein Lager hatte sich seiner Abreise vor ein paar Stunden nicht verändert. Sein Pferd graste noch immer neben dem Rinsal, welches man kaum als Bach bezeichnen konnte. Das kleine Zelt stand noch immer zwischen zwei Felsen gequetscht da, die es vor dem Wind schützen sollten. Ein friedliches Bild, wenngleich rustikaler als das Bett und die Felsenkammer, welche er sich in der Stadt erhofft hatte.
Doch wie es schien, würde er dahin so schnell nicht zurückkehren können.
Frei nach dem Motto:
"I am definitely a mad man with a box!"

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

LegendaryEdition (20.09.2018)