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Sundown

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Montag, 7. Januar 2019, 01:16

Die verworrenen Pfade der Monde...

Katzenjammer...

Sanftes rauschen drang an die Ohren des Katers.
Seine Augen waren geschlossen. Er konnte nicht sehen wie die Wellen sich am Strand brachen.
Vor seinem inneren Auge jedoch nahmen sie Gestalt an und beruhigten seinen Geist.
Mit jedem Aufbranden zuckten seine Ohren und auch in seinem Inneren rollten die Wellen heran.
Sie nagten an all den Schrecken, Bedenken und Sorgen die ihn beschäftigten und nahmen jedes Mal etwas von seiner Last hinfort. All die unbeantworteten Fragen und die Verantwortung für das was kommen mochte: Mit jedem Wellengang wurde es ihm leichter.

Sein Geist leerte sich.
Ruhe und Schweigen kehrten ein.

Dann entwich ein Brummen seiner Kehle. Es hielt an und pendelte sich auf einen gleichbleibenden Ton ein. Das Brummen erinnerte nun auch an ein tiefes, gleichförmiges schnurren.
Er spürte in einer Ecke seines Geistes, wie die Vibration von seiner Kehle ausgehend seinen Körper erfasste und auch diesen zur Ruhe brachte.
So verharrte er eine Weile. Geist und Körper vereint in seeliger Ruhe. Zeit hatte in diesem Moment nur wenig Bedeutung. Die Monde standen bereits höher am Nachthimmel, als er sich erhob.
Langsam und geradezu bedächtig waren seine Bewegungen. Ohne die Hast des Alltags oder zielgerichtete Notwendigkeit, gehorchten seine Glieder nur seinem Inneren.
Wie von selbst begab er sich in eine ausgewogene Kampfstellung. Er atmete tief ein und aus.
Ein langer Moment verstrich. Langsam und kraftvoll führte er einen ersten Faustschlag gegen einen scheinbar imaginären Gegner. Es folgte ein Block, eine halbe Drehung und dann ein Stich mit seinen Krallen. Jede Bewegung baute nahtlos auf die andere auf. Immer mehr Bewegungsabläufe reihten sich aneinander. Dann begann er von vorne.

Schließlich ergriff er den Zweihänder, der vor ihm im Boden steckte und führte seinen Kampf fort.

Irgendwann regte sich wieder eine Ecke in seinem Geist. Er hatte bisher noch nicht mit einem erfahrenen Magier sprechen können. Aber ableitend aus dem was er im Kolleg lernte und Faite ihm sagen konnte, versuchte er das, was ihm Senevin als „möglich“ bestätigt hatte:
Sorgsam fühlte er in seinem entspannten Körper seine Magika und versuchte sie mit einer naiven Mischung aus Bewusst und Unbewusst die Magika in die Muskeln seines linken Arms zu leiten.

Er atmete tief ein…

….und jaulte dann auf. Es war schlagartig vorbei mit der meditativen Ruhe. Man sah, und hörte vor allem einen Khajiit derb fluchend am Strand herumhüpfen. Als er sich abregte prüfte er den Arm: Er war noch dran und er konnte ihn bewegen.
Da war nur eine elendige Zerrung. Und dann folgte der schlimmste Muskelkater den er jemals hatte…

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Narmaeril (07.01.2019)

Sundown

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Samstag, 12. Januar 2019, 16:33

Schwertweihe

Es mochte wohl dieser Tage nicht ungefährlich sein, den Strand außerhalb Himmelswacht allein aufzusuchen.
Dennoch wagte sich ein Khajiit an eine ruhige Stelle am Meeresufer.
Prüfend sah er hinauf zu Jone und Jode. Bis er die Vorbereitungen getroffen hätte, würden sie richtig stehen, befand er.

Notdürftig umspannte er um einen Bereich am Strand mit Garn und hängte Glöckchen daran. Wenn sich jemand näherte, würden sie vielleicht anschlagen.
Dann ließ er sich in einen Lutositz sinken und begann mit seinem Werk:

Sorgsam packte er aus einem großen Lederbeutel zwei kunstvolle Stövchen und zwei passende Schalen. Dazu gesellten sich zwei geradezu profan wirkende Holzblöcke.
Jene richtete er vor sich aus. Auf sie betete er seinen Zweihänder.
Va’dir hatte ihm diesen vor einigen Monaten geschmiedet. Für Skarag war es hart gewesen, dem Meisterschmied seine viel zu wagen Vorstellungen zu unterbreiten:
Eine kraftvolle und doch elegante Klinge. Kerzengerade und ohne neumodische Biegungen.

Die Stövchen platzierte er zwischen sich und der Waffe. Eines eher rechts von seiner Sitzposition und eines eher links. Der Form und der Verzierung nach entsprangen sie unverkennbar der khajiitischen Keramikkunst. Behutsam bestückte er sie mit Brennmaterial.

Es brauchte seine Zeit bis sie brannten. Dabei kam eine Kralle dem kleinen Feuern auch etwas zu nahe. Nur mühsam unterdrückte er einen Fluch. Ein flüchtiger Gedanke galt Morith. Wenn sie diese Ungeschicklichkeit gesehen hätte, wäre sie heulend oder tobend davongeeilt.
Oder sogar beides zugleich. Sie hatte ja auch Recht. Auch wenn er das nie zugeben würde zugeben wollen.

In die Schälchen kam etwas Wasser, etwas Milch und schließlich Mondzucker.
Dabei drifteten seine Gedanken einen Augenblick ab. Er erinnerte sich an das Dörfchen S'ren-ja, und wie ihm dort eben jener Zucker als Probe übergeben wurde. Es war sehr guter Mondzucker und ihm war er zu Schade gewesen, um ihn nur als Nahrungsergänzung zu benutzen. Er hatte ihn aufbewahrt und heute Nacht sollte der Zucker seinen Zweck erfüllen.

Sorgsam und ohne Hast platzierte er die Schälchen auf den Stövchen.
Skarag betrachtete die Monde und wartete. Derweil begann die Flüssigkeit zu kochen und eine sanfte Dampfwolke erhob sich aus den Schälchen. Begleitet vom Geruch des Mondzuckers.

Tief atmete er ein und aus. Er zog den Mondzuckerdampf in seine Lungen.
Schneller als gewöhnlich verfiel er in einen meditativen Zustand.
Seine Atmung beruhigte sich und sein Geist fand ebenso Ruhe. Beides vereinte sich zu einem gleichförmigen pulsieren - einem gleichförmigen aufbranden.

Ein tiefes brummen, gar ein Schnurren, bezeugte seine Versenkung in sich selbst.
Sein Blick glitt hinauf zu den Monden:

„Und Fadomai sprach, das Volk sollte genannt werden Khajiit. Sie sollten die besten Kletterer sein. Wenn Jone und Jode versagten, würden sie Khenarthis Atem erklimmen müssen um sie wieder auf ihre Bahn zu setzen…“

Die Worte erstarben zu einem murmeln, ehe sie wieder aufbrandeten wie die Wellen des Meeres.

„…denn keine Macht des Unheils, sollte an den Mondbanden vorbeidrängen. Falls es doch geschehe, sollten die Khajiit Nirni bewahren, vor jenen denen es doch unerlaubt gelang. Sie sollten Nirni bewahren vor dem Dunkeln, dem Hass und der Wut jener, die sich nichts anderes wünschten als Nirni und ihren Kindern zu schaden.“

Der Kater griff nach einem Döschen und benetzte seinen Finger mit dem öligen Inhalt.

„Diese Klinge sei Jone geweiht.“

Er strich mit dem Finger das Öl auf die Klinge. Dann drehte er die Waffe.

„Diese Klinge sei Jode geweiht.“

Er benetzte auch diese Seite der Klinge...

„Und sie sei S’rendarr geweiht.“

Er tauchte ein dünnes ledernes Band in das restliche Öl und erneuerte damit das Griffleder der Waffe. Er ließ sich alle Zeit der Welt. Es schien fast als sei diese Tätigkeit selbst ein Teil seiner Zeremonie.
Er hob die Klinge mit beiden Händen an um sie scheinbar den Monden zu präsentieren.
So verharrte er dort bis sich das rötliche Licht der Morgensonne im Metall des Großschwerts sich spiegelte.
Dann ging er in die Stadt.
Gewiss war er kein richtiger Priester. Diesem Lebensweg hatte er damals den Rücken gekehrt und war in die Welt gezogen.
Doch die Lehren trug er noch im Herzen und in diesen dunklen Tagen erinnerte er sich wieder an sie. Die Zeremonie gab ihm selbst Ruhe und innere Stärke.
Bevor sich in seinem Zimmerchen in Himmelswacht zur Ruhe legte, dachte er noch an Cor’Cariolis und malte sich aus welche Formen die Monde womöglich für seine Kinder vorgesehen haben könnten...

Er war jedenfalls bereit und freute sich förmlich auf die Standpauke seiner Cor, wenn er wiederkehren würde.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sundown« (12. Januar 2019, 18:40) aus folgendem Grund: ((Musikuntermalung als Link in der Überschrift eingefügt))


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Narmaeril (13.01.2019)